Beim dritten Wechsel hatte ich ein System. Nicht, weil ich klüger geworden wäre, sondern weil ich mich beim zweiten Mal geärgert hatte. Drei Punkte prüfe ich inzwischen, bevor ich irgendetwas anklicke.
1. Was genau die Preisgarantie umfasst
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Eine eingeschränkte Preisgarantie schließt Steuern, Abgaben und Umlagen ausdrücklich aus. Der Anbieter garantiert also den Teil, den er selbst kalkuliert, und darf die Rechnung trotzdem erhöhen, wenn eine Umlage steigt.
Eine echte Preisgarantie umfasst auch die Netzentgelte. Die ist seltener und meistens etwas teurer. Für mich ist sie das wert, weil ich dann für die Laufzeit wirklich weiß, was auf uns zukommt. Im Vertragstext steht das oft nur in einem Halbsatz, und die Formulierung Preisgarantie auf alle Bestandteile mit Ausnahme von… ist die, bei der man weiterlesen muss.
2. Wie viel vom Preisvorteil ein Einmalbonus ist
Vergleichsportale rechnen Neukundenboni gerne ins erste Jahr ein. Damit sieht ein Tarif billig aus, der ab dem 13. Monat teuer ist. Ich rechne deshalb zwei Zahlen aus:
- Kosten im ersten Jahr mit Bonus.
- Kosten im zweiten Jahr ohne Bonus, mit dem regulären Arbeitspreis.
Wenn die zweite Zahl über dem liegt, was ich jetzt zahle, ist der Tarif nur dann sinnvoll, wenn ich fest vorhabe, nach zwölf Monaten wieder zu wechseln. Das kann man machen, aber dann muss der Kalendereintrag stehen, sonst zahlt man den Bonus im zweiten Jahr doppelt zurück.
3. Wann die Zahlung fällig wird
Es gibt Tarife mit Vorauskasse oder Kaution. Da zahlt man mehrere Monatsbeträge im Voraus, was den Preis drückt und im Insolvenzfall des Anbieters richtig unangenehm wird. Nach den Anbieterpleiten der letzten Jahre ist das für mich ein Ausschlusskriterium, egal wie gut der Preis aussieht.
Was ich nicht mehr mache
Ich sortiere die Ergebnisliste nicht mehr nach dem Preis im ersten Jahr und nehme den obersten Treffer. Ich filtere zuerst — keine Vorauskasse, Laufzeit maximal zwölf Monate, Preisgarantie über die gesamte Laufzeit — und sortiere dann. Was danach übrig bleibt, ist eine kürzere Liste mit unspektakuläreren Zahlen, aber ohne den Teil, der mich später ärgert.
Über zwei Jahre gerechnet fahren wir damit besser als mit dem Bonus-Hopping, das ich mir anfangs vorgenommen hatte. Und ich muss weniger daran denken.
