Vorratshaltung im Allgäu – zwischen Vernunft und Keller voll

Veröffentlicht am 7 Januar 2026 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit

Wir wohnen am Ortsrand, die Zufahrt geht ein Stück bergauf. Zweimal in den letzten Jahren war sie nach starkem Schneefall für anderthalb Tage nicht befahrbar. Beide Male haben wir es kaum gemerkt, und das liegt an einem Keller, über den ich mich sonst eher lustig mache.

Was sich bewährt hat

  • Grundnahrungsmittel für zwei Wochen. Nudeln, Reis, Linsen, Mehl, Öl, Konserven, H-Milch, Kaffee. Nichts Besonderes, aber in einer Menge, die reicht.
  • Wasser. Klingt übertrieben, bis die Pumpe im Ort einmal ausfällt. Zwölf Liter stehen unten, sie werden alle paar Monate durchgetauscht.
  • Der Gefrierschrank als Puffer, aber bewusst nicht randvoll — dazu unten mehr.
  • Kerzen, Batterien, ein Radio. Der Stromausfall nach dem Sturm 2023 dauerte hier vier Stunden. Das ist kein Drama, aber im Dunkeln nach Kerzen zu suchen ist albern.

Was sich nicht bewährt hat

Großpackungen aus Preisgründen. Der 10-Kilo-Sack Mehl war günstiger pro Kilo und hat in Jahr zwei Mehlmotten bekommen. Seitdem kaufe ich Vorrat in der Größe, die wir realistisch in einem halben Jahr verbrauchen.

Der randvolle Gefrierschrank. Klingt vernünftig, ist es auch — aber nur, wenn man weiß, was drin ist. Wir hatten Rindfleisch von 2022 gefunden. Seitdem hängt eine laminierte Liste an der Tür, auf der mit Bleistift eingetragen wird, was rein- und rausgeht.

Dinge, die wir sonst nie essen. Ich hatte einmal Dosenbrot gekauft, weil es lange haltbar ist. Es ist lange haltbar. Es wird auch lange halten.

Das Prinzip, das übrig geblieben ist

Vorrat besteht aus Dingen, die wir ohnehin essen, nur in größerer Menge. Alles andere ist kein Vorrat, sondern Deko im Keller. Nachgekauft wird, was verbraucht wurde, und zwar hinten eingeräumt — das Älteste steht vorne.

Was es finanziell bringt

Ehrlicherweise: wenig. Wer Vorrat als Sparmaßnahme betreibt, unterschätzt, was verdirbt. Was es bringt, ist etwas anderes: Wir kaufen nicht mehr unter Druck. Wenn Kaffee gerade teuer ist, warten wir, weil noch zwei Packungen unten stehen. Wenn er im Angebot ist, nehmen wir drei mit.

Dieser Puffer ist der eigentliche Gewinn — und der Grund, warum ich nach zwei eingeschneiten Tagen nichts mehr daran ändern möchte.

Kommentare sind geschlossen.