Wocheneinkauf: Wo bei uns wirklich Geld verschwand

Veröffentlicht am 12 August 2025 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit
Wocheneinkauf: Wo bei uns wirklich Geld verschwand

Nachdem die Quartalszahl zweimal schlechter ausgefallen war als erwartet, habe ich acht Wochen lang jeden Kassenzettel aufgehoben. Nicht abgetippt — nur in einen Umschlag gesteckt und am Ende sortiert.

Was ich erwartet hatte

Ich war überzeugt, dass Fleisch, Käse und Wein die Ausreißer sind. Das sind die Positionen, bei denen man an der Kasse zusammenzuckt.

Was tatsächlich herauskam

Die größte vermeidbare Position waren Zwischeneinkäufe. In acht Wochen hatten wir 31 Einkäufe getätigt. Elf davon waren der geplante Wocheneinkauf. Zwanzig waren kurze Gänge für zwei oder drei Dinge — und diese zwanzig Einkäufe machten zusammen 38 Prozent der Gesamtsumme aus.

Der Durchschnittsbon lag bei diesen Kurzbesuchen bei 21,40 Euro, obwohl wir jeweils für höchstens fünf Euro geplant hatten hineinzugehen. Der Rest ist das, was auf dem Weg zur Kasse in den Korb kommt.

Die zweite Überraschung

Weggeworfene Lebensmittel. Ich habe in diesen acht Wochen notiert, was im Müll landet, und kam auf ungefähr 9 bis 12 Euro pro Woche. Fast immer Salat, Kräuter, Joghurt und Brot — also Dinge, die beim Großeinkauf mitgenommen wurden, weil sie günstig waren.

Was wir geändert haben

  • Ein fester Einkaufstag, Freitagnachmittag. Was fehlt, fehlt bis Freitag.
  • Eine Liste am Kühlschrank, auf die geschrieben wird, was leer wird — nicht was uns gerade einfällt.
  • Frisches getrennt: Salat und Kräuter kaufen wir bewusst in kleiner Menge, dafür zweimal die Woche beim Laden im Ort. Das ist pro Stück teurer und unterm Strich billiger, weil nichts verdirbt.
  • Vorräte nach Sicht. Wir haben den Vorratsschrank umgeräumt, sodass man alles sieht. Vorher standen hinten drei angebrochene Packungen Reis.

Was das gebracht hat

Im folgenden Quartal lagen die Lebensmittelausgaben rund 15 Prozent unter dem Vergleichszeitraum. Bei uns sind das etwa 78 Euro im Monat. Das ist mehr, als der Stromanbieterwechsel gebracht hat, und es hat keine Kündigungsfrist.

Was ich nicht empfehle

Preisvergleiche zwischen Läden für einzelne Artikel. Ich habe das drei Wochen lang gemacht und festgestellt, dass die Ersparnis im Cent-Bereich liegt und der Aufwand jede Freude am Kochen tötet. Der Hebel liegt darin, wie oft man einkauft und wie viel man wegwirft, nicht darin, wo die Butter neun Cent billiger ist.

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