Kleine Reparaturen selbst machen – was sich lohnt, was nicht

Veröffentlicht am 5 Mai 2026 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit
Kleine Reparaturen selbst machen – was sich lohnt, was nicht

Ich bin handwerklich mittelmäßig. Das ist wichtig für diesen Beitrag, weil die üblichen Anleitungen im Netz von Leuten stammen, die es können.

Was gut gegangen ist

Der Ablaufschlauch der Waschmaschine. Die Maschine pumpte nicht mehr ab. Ursache war das Flusensieb, hinter dem sich über Jahre eine beeindruckende Menge angesammelt hatte. Kosten: null. Zeit: vierzig Minuten, davon dreißig für das Aufwischen. Ein Monteur hätte einen Anfahrts- und Arbeitspreis berechnet, wir reden über einen dreistelligen Betrag für das Öffnen einer Klappe.

Silikonfugen in der Dusche erneuert. Die alten waren schwarz. Material rund 12 Euro, ein Samstagvormittag, das Ergebnis ist nicht perfekt, aber dicht und sauber. Beim zweiten Bad ging es deutlich schneller.

Thermostatköpfe an den Heizkörpern getauscht. Vier Stück, rund 60 Euro, eine Stunde. Man braucht nicht einmal das Wasser abzulassen — der Kopf sitzt auf einem Ventil, das geschlossen bleibt. Das hatte ich jahrelang für eine Sache für Fachleute gehalten.

Was schiefgegangen ist

Die Spülmaschine. Sie zeigte einen Fehlercode, ich habe nach dem Code gesucht, ein Ersatzteil für 38 Euro bestellt und es eingebaut. Der Fehler blieb. Der Monteur, den ich danach doch gerufen habe, hat in vier Minuten festgestellt, dass es der Aquastop im Zulaufschlauch war. Kosten am Ende: 38 Euro Ersatzteil, das ich nicht brauchte, plus der volle Monteureinsatz.

Ein Rollladengurt. Habe ich zweimal gemacht, weil ich ihn beim ersten Mal verdreht eingezogen hatte. Zweiter Anlauf: zwanzig Minuten. Erster Anlauf: zwei Stunden und schlechte Laune.

Die Regel, die ich daraus abgeleitet habe

Selbst machen bei allem, was rein mechanisch, sichtbar und ohne Wasser oder Strom unter Spannung ist. Fachmann bei allem, wo ich die Ursache nicht sicher benennen kann.

Der Fehler bei der Spülmaschine war nicht der Einbau, sondern die Diagnose. Ich habe geraten und dann Geld auf das Raten gesetzt. Wenn ich nicht sagen kann, warum etwas kaputt ist, kaufe ich kein Ersatzteil.

Was ich mir angeschafft habe

Einen ordentlichen Satz Schraubendreher, eine Wasserpumpenzange und eine Stirnlampe. Zusammen unter 60 Euro. Die Stirnlampe klingt lächerlich und ist das mit Abstand nützlichste Teil, weil die Hälfte aller Reparaturen in einem dunklen Eck unter einem Gerät stattfindet.

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