Gaspreisbremse vorbei – was seitdem auf meiner Rechnung passiert ist

Veröffentlicht am 22 April 2025 von Wolfgang Steck in Strom & Gas · 2 Min. Lesezeit
Gaspreisbremse vorbei – was seitdem auf meiner Rechnung passiert ist

Wir heizen mit Gas, Baujahr des Kessels 2009. Als die Preisbremse ausgelaufen ist, habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet und deshalb die beiden Abrechnungen davor und danach nebeneinandergelegt.

Was die Bremse eigentlich gemacht hat

Gedeckelt wurde nicht der Preis für alles, sondern der Preis für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs. Für die restlichen 20 Prozent galt der volle Vertragspreis. Das führte dazu, dass Sparen sich in dieser Zeit stärker gelohnt hat als sonst — jede eingesparte Kilowattstunde wurde am teuren Rand abgezogen, nicht am gedeckelten.

Das habe ich damals nicht verstanden und deshalb auch nicht ausgenutzt.

Der Vergleich der beiden Jahre

Unser Gasverbrauch lag im ersten Jahr bei rund 16.400 Kilowattstunden, im zweiten bei 15.100. Wir haben also gut acht Prozent weniger gebraucht, vor allem weil wir die Nachtabsenkung endlich richtig eingestellt hatten. Trotzdem war die Rechnung im zweiten Jahr höher.

Der Grund war nicht der Arbeitspreis allein. Dazu kamen die wieder auf den vollen Satz angehobene Umsatzsteuer und die CO2-Abgabe, die in dieser Zeit gestiegen ist. Beides steht in kleinen Zeilen, die man beim Überfliegen nicht sieht — der auffällige Betrag unten rechts erzählt die Geschichte nicht.

Was die CO2-Abgabe für einen Altbau bedeutet

Die Abgabe wird pro Tonne Kohlendioxid berechnet und steigt nach einem festgelegten Pfad weiter. Für einen gut gedämmten Neubau ist der Betrag überschaubar. Für ein Haus wie unseres, mit 16.000 Kilowattstunden Gas im Jahr, ist es eine Position, die jedes Jahr spürbar wächst — unabhängig davon, was der Gaspreis am Markt macht.

Für Mieter gibt es inzwischen eine Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter, gestaffelt nach dem energetischen Zustand des Gebäudes. Wir wohnen im eigenen Haus, deshalb betrifft uns das nicht, aber es ist die Zeile, bei der ich in einer Nebenkostenabrechnung genauer hinschauen würde.

Was ich daraus mitgenommen habe

Beim Gas ist der Hebel weniger der Anbieter als der Verbrauch. Der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Gastarif lag bei unserem Verbrauch bei etwa 130 Euro im Jahr. Die Umstellung der Heizkurve und der Nachtabsenkung hat uns im gleichen Zeitraum rund 1.300 Kilowattstunden gespart, also deutlich mehr Geld — und das ohne Vertrag, ohne Frist und ohne Kalendereintrag.

Das heißt nicht, dass der Tarif egal ist. Es heißt, dass ich den Nachmittag an der Heizungssteuerung vor den Abend am Vergleichsportal gesetzt hätte, wenn ich es noch einmal machen würde.

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