Selbstbeteiligung – wann sie sich rechnet und wann nicht

Veröffentlicht am 14 April 2026 von Wolfgang Steck in Versicherungen · 2 Min. Lesezeit
Selbstbeteiligung – wann sie sich rechnet und wann nicht

Eine Selbstbeteiligung ist der Betrag, den ich im Schadensfall selbst trage. Im Gegenzug sinkt der Beitrag. Klingt nach einer reinen Rechenaufgabe, ist es auch — nur habe ich sie jahrelang nicht gemacht.

Die Rechnung in zwei Zeilen

Man braucht zwei Zahlen: um wie viel der Jahresbeitrag sinkt, und wie oft man realistisch einen Schaden in dieser Größenordnung hat. Wenn 300 Euro Selbstbeteiligung den Beitrag um 60 Euro im Jahr drücken, dann lohnt sich das, solange ich seltener als alle fünf Jahre einen entsprechenden Schaden melde.

Bei uns sah das so aus:

  • Haftpflicht: 150 Euro Selbstbeteiligung, Ersparnis 18 Euro im Jahr. Letzter Schaden vor sechs Jahren. Angenommen.
  • Hausrat: 250 Euro, Ersparnis 31 Euro. In 14 Jahren zwei Schäden, beide über 1.000 Euro. Angenommen.
  • Wohngebäude: 500 Euro, Ersparnis 32 Euro. Ein Sturmschaden 2019 am Dach. Angenommen, aber knapp.
  • Kfz-Vollkasko: hier habe ich nicht erhöht. Dazu unten mehr.

Der zweite Effekt, den man leicht übersieht

Eine Selbstbeteiligung sorgt dafür, dass man Kleinschäden gar nicht erst meldet. Das ist kein Nachteil, sondern oft ein Vorteil: Wer bei einem Versicherer mehrere kleine Schäden in kurzer Zeit einreicht, landet irgendwann in einer Statistik. Kündigungen nach dem zweiten oder dritten Schaden sind bei Hausrat und Haftpflicht nicht ungewöhnlich, und einen neuen Vertrag bekommt man danach schlechter.

Insofern zahlt die Selbstbeteiligung zweimal ein: über den Beitrag und über die Schadenfreiheit.

Warum ich bei der Vollkasko nicht erhöht habe

Weil die Rechnung dort anders läuft. In der Vollkasko hängt der Beitrag zusätzlich an der Schadenfreiheitsklasse. Ein gemeldeter Schaden kostet also nicht nur die Selbstbeteiligung, sondern auch eine Rückstufung, die über Jahre nachwirkt. Deshalb rechne ich bei jedem Kfz-Schaden ohnehin aus, ob sich das Melden lohnt, und zahle Kleinschäden bis etwa 1.500 Euro selbst.

Eine höhere Selbstbeteiligung würde diesen Bereich nur verschieben, aber nichts an der eigentlichen Entscheidung ändern. Der Beitragsvorteil war zudem gering, weil unsere Klasse bereits sehr günstig ist.

Was mir dabei aufgefallen ist

Die Ersparnisse pro Vertrag sind unspektakulär — 18, 31, 32 Euro. Zusammen sind es 81 Euro im Jahr, für drei Telefonate. Das ist ungefähr der Stundenlohn, für den ich sonst nirgends aufstehe, und es läuft danach jedes Jahr weiter, ohne dass ich noch etwas tun muss.

Wichtig ist nur, die Umstellung schriftlich bestätigt zu bekommen. Bei einem der drei Verträge stand im nächsten Nachtrag eine andere Zahl, als ich am Telefon vereinbart hatte. Ein Anruf mit dem Datum des Gesprächs hat gereicht, aber ohne die Bestätigung im Ordner wäre das mühsam geworden.

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