Private Haftpflicht: Der eine Schaden, der alles zurückgezahlt hat

Veröffentlicht am 2 April 2025 von Wolfgang Steck in Versicherungen · 2 Min. Lesezeit

Es gibt Versicherungen, über die ich lange diskutiert habe, und es gibt die private Haftpflicht. Bei der diskutiere ich nicht.

Was passiert ist

Im Urlaub, Ferienwohnung, dritter Stock. Ich habe beim Fensterputzen einen Eimer umgestoßen, das Wasser lief unter der Balkontür durch und von dort in den darunterliegenden Estrich. Was wie eine Lappen-Sache aussah, wurde eine Trocknungsmaßnahme über sechs Wochen, mit Bautrocknern, Stromkosten und einem Nutzungsausfall für die Vermieterin, weil sie zwei Buchungen absagen musste.

Die Schadenssumme lag bei knapp 4.800 Euro.

Wie die Abwicklung lief

Besser als gedacht. Ich habe noch am selben Abend bei der Versicherung angerufen, den Schaden gemeldet und eine Schadensnummer bekommen. Wichtig war die Ansage am Telefon: nichts anerkennen, nichts selbst zusagen, keine Rechnung direkt begleichen. Genau dafür ist eine Haftpflicht da — sie prüft, ob und in welcher Höhe ich hafte, und wehrt unberechtigte Forderungen ab.

Ich habe Fotos gemacht, den Kontakt der Vermieterin weitergegeben und war danach raus. Die Regulierung hat etwa sieben Wochen gedauert.

Was ich seitdem im Vertrag prüfe

  • Die Deckungssumme. Unsere lag bei 10 Millionen Euro pauschal. Das klingt absurd hoch für einen Eimer Wasser, ist aber genau für den Fall gedacht, in dem ein Personenschaden passiert und lebenslange Renten gezahlt werden müssen.
  • Mietsachschäden. Genau das war unser Fall. Schäden an gemieteten Räumen sind nicht automatisch mitversichert — bei uns standen sie ausdrücklich drin, mit einer eigenen Höchstsumme.
  • Gefälligkeitsschäden. Wenn man einem Nachbarn beim Umzug hilft und dabei etwas kaputtmacht, greift die Haftpflicht nach dem Gesetz oft nicht, weil keine Haftung besteht. Gute Tarife zahlen trotzdem.
  • Forderungsausfalldeckung. Der umgekehrte Fall: Jemand beschädigt mein Eigentum und ist selbst nicht versichert und zahlungsunfähig. Dann springt die eigene Police ein.

Was sie kostet

Wir zahlen für einen Familientarif knapp 70 Euro im Jahr. Bei zwanzig Jahren sind das rund 1.400 Euro. Der eine Schaden hat 4.800 Euro gekostet. Diese Rechnung ist so eindeutig, dass sie fast langweilig ist.

Wo ich trotzdem gekürzt habe

Ich habe die Selbstbeteiligung von null auf 150 Euro gesetzt. Das drückt den Beitrag spürbar, und Schäden unter 150 Euro melde ich ohnehin nicht — bei zu vielen Kleinmeldungen wird man irgendwann gekündigt. Diese Rechnung stelle ich in einem anderen Beitrag genauer auf.

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