Mein Haushaltsbuch nach drei Jahren: Was davon geblieben ist

Veröffentlicht am 4 März 2025 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit
Mein Haushaltsbuch nach drei Jahren: Was davon geblieben ist

Ich habe dreimal angefangen, ein Haushaltsbuch zu führen. Zweimal habe ich nach sechs Wochen aufgehört. Was beim dritten Mal anders war, ist der Grund für diesen Beitrag.

Warum die ersten beiden Anläufe gescheitert sind

Weil ich alles erfassen wollte. Jeder Kaffee, jedes Brötchen, mit Kategorie und Unterkategorie. Das funktioniert genau so lange, wie die Begeisterung reicht, und danach hat man eine halb gefüllte Tabelle und ein schlechtes Gewissen.

Das zweite Problem war der Zeitpunkt. Abends, wenn ich müde bin, tippe ich keine Kassenzettel ab.

Was beim dritten Mal anders war

Ich erfasse nicht mehr einzelne Ausgaben, sondern nur noch Kontostände. Jeden Sonntag schreibe ich in eine Tabelle, was auf den drei Konten steht. Vier Zahlen, keine Kategorien. Das dauert drei Minuten.

Die Kategorien entstehen an einer anderen Stelle: Alles Wiederkehrende läuft über ein Konto, von dem nichts anderes abgeht. Was dort abgebucht wird, ist automatisch die Kategorie Fixkosten, ohne dass ich etwas eintragen müsste. Der Auszug ist das Haushaltsbuch.

Die einzige Auswertung, die ich mache

Einmal im Quartal ziehe ich die Differenz: Wie viel ist in drei Monaten insgesamt übrig geblieben? Diese eine Zahl sagt mir mehr als jede Kategorienauswertung, weil sie nicht diskutierbar ist. Entweder ist etwas übrig oder nicht.

Wenn die Zahl schlechter aussieht als erwartet, schaue ich mir dann die Kontoauszüge des Quartals an. Das passiert vielleicht zweimal im Jahr, und dann mit einem konkreten Anlass statt aus Prinzip.

Was ich dabei über uns gelernt habe

Unsere Fixkosten waren deutlich höher als gedacht — nicht wegen Miete oder Strom, sondern wegen der Summe kleiner monatlicher Beträge, die einzeln unauffällig sind. Elf Abos und Beiträge, zusammen 214 Euro im Monat. Sechs davon habe ich anschließend gekündigt.

Diese Erkenntnis hätte ich mit der Kaffee-und-Brötchen-Methode nie bekommen, weil ich vorher immer aufgehört habe, bevor genug Daten zusammen waren.

Was ich empfehlen würde

Fangen Sie mit der einfachsten Version an, die Sie ein Jahr lang durchhalten. Eine grobe Zahl über zwölf Monate ist unendlich viel wertvoller als eine perfekte Erfassung über sechs Wochen. Genauer wird es später von allein, wenn es sich lohnt.

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