Der Dauerauftrag, der mich am meisten gespart hat

Veröffentlicht am 28 Oktober 2025 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit
Der Dauerauftrag, der mich am meisten gespart hat

Wir haben jahrelang gespart, was am Monatsende übrig war. Das Ergebnis war in den meisten Monaten: nichts. Nicht, weil wir verschwenderisch gelebt hätten, sondern weil sich Ausgaben immer genau so weit ausdehnen, wie Geld da ist.

Die Umstellung

Seit drei Jahren geht am Monatsersten, dem Tag nach dem Gehaltseingang, ein Dauerauftrag auf das Tagesgeldkonto. Der Betrag war anfangs bewusst niedrig: 150 Euro. Nicht, weil mehr nicht gegangen wäre, sondern weil ich sichergehen wollte, dass ich ihn nie zurückholen muss.

Das ist der entscheidende Punkt. Ein Dauerauftrag, den man dreimal im Jahr rückgängig macht, erzieht zu gar nichts. Einer, der stur läuft, wird nach zwei Monaten unsichtbar.

Wie er gewachsen ist

Immer dann, wenn eine wiederkehrende Ausgabe wegfiel, habe ich den Dauerauftrag um genau diesen Betrag erhöht — am selben Tag, an dem die Kündigung bestätigt war:

  • Zahnzusatzversicherung gekündigt: plus 29,80 Euro.
  • Handyversicherung gekündigt: plus 7,99 Euro.
  • Zwei Streamingdienste: plus 21,98 Euro.
  • Fitnessstudio, das ich seit acht Monaten nicht betreten hatte: plus 34,90 Euro.

Der Dauerauftrag steht heute bei 289 Euro. Der Lebensstandard hat sich in dieser Zeit nicht verändert, weil ich nur Beträge übernommen habe, die vorher ohnehin abgeflossen sind.

Warum das besser funktioniert als Sparen mit Willenskraft

Weil keine Entscheidung mehr nötig ist. Jede Sparmethode, die im Monat mehrfach eine Entscheidung verlangt, verliert irgendwann gegen einen anstrengenden Dienstag. Ein Dauerauftrag verlangt eine Entscheidung, einmal, und danach nie wieder.

Der Nebeneffekt bei den Kündigungen

Ich kündige leichter, seit das Geld sichtbar irgendwohin geht. Vorher hatte eine Kündigung das Gefühl von Verzicht: Ich gebe etwas auf und bekomme dafür einen unsichtbaren Betrag auf dem Girokonto, der innerhalb von vier Wochen verschwunden ist. Jetzt sehe ich den Betrag am Monatsersten auf dem Tagesgeldkonto landen.

Das ist psychologisch, nicht rechnerisch. Aber es ist der Grund, warum in drei Jahren rund 8.400 Euro zusammengekommen sind, während wir vorher zehn Jahre lang bei ungefähr null geblieben sind.

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