Das Grundproblem bei einem gemeinsamen Konto ist, dass man nie weiß, welcher Teil des Kontostands schon verplant ist. Am 5. sieht es üppig aus, am 8. ist die Versicherung abgegangen und der Eindruck war falsch.
Wie wir es aufgeteilt haben
Konto 1 — Fixkosten. Hier gehen beide Gehälter ein. Davon laufen alle Lastschriften und Daueraufträge ab: Strom, Gas, Wasser, Versicherungen, Grundsteuer, Handy, Internet, Rundfunkbeitrag, Kreditrate. Auf dieses Konto schaut niemand von uns im Alltag.
Konto 2 — Alltag. Am Monatsersten geht ein fester Betrag von Konto 1 hierher. Davon wird eingekauft, getankt, der Friseur bezahlt, das Geschenk gekauft. Beide haben eine Karte dafür.
Konto 3 — Rücklage. Ebenfalls am Monatsersten, fester Betrag, Tagesgeld. Hierauf greifen wir nur bei größeren, unregelmäßigen Dingen zu: Autoreparatur, neue Waschmaschine, Zahnarztrechnung, Urlaub.
Der Trick liegt im Betrag für Konto 2
Wir haben ihn nicht geschätzt, sondern aus dem Vorjahr abgeleitet: Alle Ausgaben, die nicht Fixkosten waren, geteilt durch zwölf, plus zehn Prozent Puffer. Bei uns waren das 940 Euro im Monat.
Das war unangenehm, weil ich mit deutlich weniger gerechnet hatte. Aber ein zu niedrig angesetzter Betrag bringt das System sofort zum Kippen — man holt sich dann doch wieder Geld vom Fixkostenkonto und hat den Vorteil verloren.
Was das im Alltag verändert hat
Der Kontostand von Konto 2 ist eine ehrliche Zahl. Wenn dort am 20. noch 180 Euro stehen, dann sind das 180 Euro, die tatsächlich zur Verfügung stehen — nichts geht davon noch ab. Das hat bei uns mehr Diskussionen beendet als jede Sparregel.
Der zweite Effekt: Es gibt keine Diskussion mehr darüber, wer wie viel ausgibt. Beide zahlen vom selben Alltagskonto, und wenn es leer ist, ist es für beide leer.
Was nicht funktioniert hat
Ein viertes Konto für Urlaub. Wir hatten das ein Jahr lang und haben gemerkt, dass es nur eine weitere Zahl war, die man im Blick behalten muss. Urlaub läuft jetzt über die Rücklage, mit einem Vermerk in der Tabelle, wie viel davon gedanklich reserviert ist. Weniger sauber, aber wir machen es tatsächlich.
Der Aufwand
Einmalig: zwei Konten eröffnen, Lastschriften umziehen, zwei Daueraufträge einrichten. Ein Abend plus ein paar Wochen Nachlauf, weil immer noch irgendeine Abbuchung auf dem alten Konto auftaucht. Laufend: null. Das ist der Grund, warum es seit drei Jahren läuft.
