Versicherungsbeiträge steigen nicht mit einem Knall, sondern mit einem Brief im Herbst, der aussieht wie eine Vertragsbestätigung. Bei uns lagen zwischen 2022 und 2025 vier solche Briefe im Kasten, und ich habe alle vier abgeheftet, ohne die Zahl mit dem Vorjahr zu vergleichen.
Was ich beim Vergleichen gefunden habe
Ich habe im November einen Nachmittag investiert und für sechs Verträge die Beiträge der letzten fünf Jahre in eine Tabelle geschrieben. Ergebnis:
- Kfz-Haftpflicht: plus 34 Prozent in vier Jahren, obwohl unser Schadenfreiheitsrabatt in dieser Zeit gestiegen ist.
- Hausrat: plus 19 Prozent, teilweise erklärbar durch die angehobene Versicherungssumme.
- Wohngebäude: plus 41 Prozent. Das ist die Position, bei der ich am lautesten geflucht habe.
- Haftpflicht, Rechtsschutz, Unfall: nahezu unverändert.
Warum Wohngebäude so stark gestiegen ist
Wohngebäudeversicherungen sind fast immer an den gleitenden Neuwertfaktor gekoppelt. Der wird jährlich anhand von Baupreis- und Tariflohnindex angepasst. Wenn Bauen teurer wird, steigt automatisch die Versicherungssumme und mit ihr der Beitrag. Das ist keine Willkür des Versicherers, sondern im Vertrag vereinbart — und es ist der Grund, warum ein Wechsel hier oft weniger bringt als erhofft, weil der Faktor beim neuen Anbieter genauso wirkt.
Was tatsächlich funktioniert hat
Bei der Kfz-Versicherung der klassische Wechsel zum Stichtag Ende November. Wir haben zwei Angebote eingeholt und sind gewechselt: 178 Euro Ersparnis im Jahr, bei identischen Leistungen und derselben Werkstattbindung.
Bei der Wohngebäudeversicherung hat ein Anruf geholfen. Ich habe nach der Selbstbeteiligung gefragt und sie von null auf 500 Euro angehoben. Das brachte 32 Euro im Jahr. Kein großer Wurf, aber es war ein Telefonat.
Der Termin, der geblieben ist
Jeder 5. November: Ordner raus, Tabelle auf, sechs Zeilen aktualisieren. Was um mehr als zehn Prozent gestiegen ist, kommt auf eine Merkliste. Was zwei Jahre in Folge auffällt, wird angefasst.
Das Ganze dauert eine gute Stunde und ist die langweiligste Stunde des Jahres. Sie hat uns im ersten Durchgang 210 Euro gebracht.
